Bildungsarbeit der ÖJAB
Über die unmittelbare Arbeit in den Wohnheimen hinausgehend engagiert sich die ÖJAB in vielfältiger Weise für Bildung – stets mit dem Ziel, Menschen zu verbinden und Chancen zu geben:
Das BPI der ÖJAB – Berufspädagogisches Institut ist eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, deren Schulerhalterin die ÖJAB ist. In Mödling (Niederösterreich) und in Wien führt das BPI der ÖJAB vor allem Qualifizierungsmassnahmen und Berufsausbildungen für junge Menschen und auch Erwachsene durch. Berufliche Fort- und Weiterbildungskurse werden ebenfalls angeboten. Die meisten der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer kommen aus benachteiligten sozialen Verhältnissen, teilweise haben sie besondere Bedürfnisse und Behinderungen.
Europäische und internationale Jugendaktivitäten
Die ÖJAB trat schon in den 1950er Jahren für die Vision eines vereinten Europas ein: Sie war Geburtshelferin bei der Gründung der Europahäuser in Eisenstadt, Graz, Salzburg, Klagenfurt und Wien. In ihnen finden bis heute europabezogene Bildungsveranstaltungen statt sowie europäische Erwachsenenbildung und Fortbildung für verschiedenste Zielgruppen. Besonders enge Kooperation pflegt die ÖJAB mit dem Europahaus Burgenland, das im Studierendenwohnheim ÖJAB-Haus Eisenstadt untergebracht ist.
Die ÖJAB beteiligt sich an verschiedenen europäischen und weltweiten Jugendbildungsprojekten wie Jugendkonferenzen, Jugendaustausche, Seminare etc. Regelmäßig führt die ÖJAB unter anderem Austausche mit zwei japanischen Jugendorganisationen durch. Mit diesen Aktivitäten möchte die ÖJAB interkulturelles Lernen ermöglichen sowie Toleranz und Freundschaften von jungen Menschen über kulturelle Grenzen hinweg fördern.
Mit Vorträgen, Diskussionen, Studienzirkeln, Seminaren und anderen Projekten engagiert sich die ÖJAB für Globales Lernen. Dies ist ein pädagogisches Konzept, bei dem zu sozialen, ökologischen, politischen und anderen Fragen die globalen Zusammenhänge erkannt und kritisch reflektiert werden.
EZA der ÖJAB
Schon Anfang der 1960er Jahre begann die ÖJAB, sich mit Entwicklungszusammenarbeit (EZA) für arme Länder der Erde zu engagieren. Seit den 1960er Jahren bildete die ÖJAB im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe viele BerufsschullehrerInnen aus Entwicklungsländern und österreichische EntwicklungshelferInnen aus und führte Projekte der Entwicklungszusammenarbeit durch. Bis heute geschieht dies durch das BPI der ÖJAB (siehe oben).
Seit 1961 leistet die ÖJAB ohne Unterbrechung Entwicklungszusammenarbeit für das westafrikanische Land Burkina Faso (früher: Obervolta). Sie war Wegbereiterin der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit für dieses Land – heute ist es eines der acht Schwerpunktländer der österreichischen EZA.
Seit 1966 wird in Bürogemeinschaft mit der ÖJAB in Wien ein Honorar-Generalkonsulat für Obervolta / Burkina Faso geführt. 1970 gründete die ÖJAB in Obervolta eine technisch-gewerbliche Fachschule, die bis heute Schülerinnen und Schüler zu gesuchten Fachkräften ausbildet. Die ÖJAB ist in der Hauptstadt Burkina Fasos, Ouagadougou, mit einer Repräsentanz vertreten und engagiert sich heute v.a. mit Spendenprojekten, beispielsweise für die „Straßenkinder in Ouagadougou“.
ÖJAB-Flüchtlingshilfe
In der Flüchtlingshilfe ist die ÖJAB bereits seit den 1950er Jahren tätig. Heute werden im Interkulturellen Wohnheim ÖJAB-Haus Greifenstein in Niederösterreich 55 volljährige Asylwerberinnen und Asylwerber aus rund 20 Ländern betreut. Neben verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten schufen die AsylwerberInnen den selbst bewirtschafteten Interkulturellen Naturgarten als gartentherapeutisches Projekt.